Wenn Konsumgüter das Qualitätssiegel von SGS INSTITUT FRESENIUS tragen dürfen, werden sie von uns auf verschiedene Arten umfassend und regelmäßig getestet. Dies, um sicherzustellen, dass die Produkte sicher und von hochwertiger Qualität sind.

Besonderes Augenmerk richten wir dabei auf die individuellen Eigenschaften des Produktes und auch auf die Verpackung. Biologie, Physik, Chemie – das Zusammenspiel dieser Wissenschaften bildet die Basis für die umfangreichen, verschiedenartigen Prüfungen.

Grundlegende Prüfungen der Qualität beziehen die Sensorik, die Chemie, die Physik und auch die Mikrobiologie mit ein. Wir haben kurz zusammengestellt, was wir unter diesen Bereichen verstehen.

Sensorik-Prüfungen

(c) SGS-Gruppe Deutschland Die sensorische Prüfung von Lebensmitteln ist eine besondere Qualitätsprüfung. Sie hat zum Ziel, Geschmack, Geruch und Aussehen von Lebensmittel zu bewerten. Diese Prüfung wird zur Weiterentwicklung der eigenen Produkte angewandt, aber auch zur Abgrenzung zu den Produkten des Wettbewerbs.

Für die Einführung neuer Produkte kann auf diese Art bereits im Vorfeld getestet werden, welche Präferenzen bezüglich Geschmack, Geruch, Konsistenz etc. bei den Verbrauchern gut ankommen und welche weniger gut. Die Sensorik ist ein Fachgebiet innerhalb der Lebensmittelanalytik. Es geht um die Prüfung von Lebensmitteln mit den menschlichen Sinnen - sehen, riechen, tasten, schmecken und hören.

Der Mensch als Messinstrument

Wichtigstes Messinstrument für die Beurteilung produktspezifische Eigenschaften, also des sensorischen Wertes eines Lebensmittels, ist somit der Mensch mit seinen Sinnesorganen. Und er ist auch ein sehr genaues Instrument. Schon kleine Abweichungen werden genau geschmeckt, gerochen oder gar gesehen. Obwohl die Menschen sehr individuell sind, sind die Verfahren der sensorischen Prüfung national und international standardisiert, d.h. sie laufen immer auf die gleiche Art und Weise ab.

Die Prüfungen werden von speziell geschulten Menschen, die sich einer Eignungsprüfung unterzogen haben, durchgeführt. Die Aufnahme physikalischer oder chemischer Reize erfolgt durch die Sinnesorgane. Unser Gehirn nimmt entsprechende Empfindungen auf, und dieses führt letztlich zu einem Urteil über das Produkt.

Jedes Sinnorgan prüft andere Empfindungen

Sinnesorgane Empfindung
Augen Aussehen, Farbe, Zustand
Ohr Konsistenz
Nase Geruch
Zunge Geschmack, Mundgefühl, Konsistenz, Temperatur
Finger Konsistenz

 

Ob sich ein Mensch als Sensoriker eignet, hängt von seinen individuellen Fähigkeiten ab. So sollte ein Sensoriker ein uneingeschränktes farbiges Sehvermögen haben und eine hohe Konzentrationsfähigkeit mitbringen. Hinzukommt, dass er ehrlich und kritisch die ihm gereichten Lebensmittel prüft und seine persönlichen Vorlieben ausschalten kann. Außerdem muss das sensorische Gedächtnis stets trainiert werden. Das ist wie beim Fußball. Nur wer ständig trainiert wird ausdauernder und besser. Und so ist es auch in der Sensorik.

 

Chemische Prüfungen

Wieso gerade chemische Qualitätsprüfungen für einige Produkte von entscheidender Wichtigkeit sind, wird am Beispiel von Trinkwasser deutlich. Für Trinkwasser gibt es eine strenge gesetzliche Verordnung und Regelungen, die die Güte des Wassers für den menschlichen Gebrauch dokumentieren.

Ziel dieser Regelungen ist der Schutz der Gesundheit des Menschen vor den schädlichen Wirkungen verunreinigten Wassers. Deshalb testet man Trinkwasser u.a. auch auf bestimmte chemische Parameter wie den pH-Wert, Nitrate, Chloride, Fluoride, Sulfate, Selen, Eisen, Mangan, Kupfer und den Gehalt an Zink. Aber auch auf die kritischen Stoffe Arsen, Blei und Schädlingsbekämpfungsmittel.

Giftige Stoffe wie z.B. Arsen werden nicht zwangsläufig durch uns Menschen dem Wasser zugeführt, sondern werden auf natürliche Art beigesetzt. Während Blei, ein Schwermetall, durch Absonderung aus alten, heute nicht mehr verwendeten Bleirohren in das Trinkwasser gelangen kann, ist Arsen ein in der Erdkruste weit verbreitetes Halbmetall. Regen verursacht einen natürlichen Erosions- und wäscht Arsen aus dem Gestein. Das arsenhaltige Regenwasser sickert in den Boden und erreicht so das Grundwasser.

Unsere Experten von SGS INSTITUT FRESENIUS prüfen, ob die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden, und ob Verbraucher das Wasser ohne Bedenken zu uns nehmen können.

 

Mechanisch-physikalische Prüfungen

Durch mechanisch-physikalische Qualitätsprüfungen werden u.a. Biege-, Zug-, Druck-, Reiß-, Ermüdungs- und Belastungsprüfungen am Produkt durchgeführt. Hierfür kommen modere Maschinen zum Einsatz, die genau geeicht sind.

So prüfen wir z. B. bei Papiertüchern die Nassbruchkraft. Gerade bei Küchenpapier und Taschentüchern ist es seitens der Verbraucher erwünscht, dass das Produkt auch im nassen Zustand nicht schnell reißt. Für die Prüfung wird mittels einer wässrigen Probe diejenige Kraft bestimmt, die benötigt wird, um diese Probe zu zerreißen. Da es sich um ein genormtes Verfahren handelt, können unsere Experten anhand des Zeitpunkts des Reißens feststellen, ob dieses Produkt die Anforderungen erfüllt oder nicht.

 

Mikrobiologische Prüfungen

Eine weitere, sehr wichtige Prüfung eines Produktes, gerade eines Lebensmittels, ist die mikrobiologische Untersuchung. Die Lebensmittelmikrobiologie ist ein Teilgebiet der Biologie und befasst sich mit den Wechselwirkungen zwischen Mikroorganismen und Lebensmitteln.

Zu den Mikroorganismen gehören die: Bakterien, Viren, Protozoen (Urtierchen), Pilze und ein- und wenigzellige Algen. Allesamt winzige Lebewesen, die nicht mit bloßem Auge zu erkennen sind.

Im Zusammenhang mit Lebensmitteln können Mikroorganismen nützlich oder aber schädlich sein. Nützlich sind sie, wenn sie zur Herstellung von Lebensmitteln benötigt werden, selbst als Lebensmittel dienen oder für die Lebensmittelanalytik eingesetzt werden. So benötigt man Milchsäurebakterien für die Herstellung von Joghurt oder bestimmte Schimmelbakterien für die Käseproduktion.

Schädlich sind sie, wenn sie Lebensmittel verderben oder wenn pathogene, also krankmachende Mikroorganismen durch Lebensmittel übertragen werden. So lösen die krankmachenden Stämme des Darmbakteriums Escherichia coli sowie Salmonella-Arten beim Menschen u.a. Brechdurchfall aus. Damit Lebensmittel, die mit diesen krankmachenden Mikroorganismen versetzt sind, gar nicht erst in den Handel gelangen, prüfen wir von SGS INSTITUT FRESENIUS umfassend und genau.

 

Vergleichende Prüfungen – Benchmark Test

(c) SGS-Gruppe Deutschland Benchmarking (engl. "Maßstäbe setzen") ist eine vergleichende Analyse. Produkte werden in festgelegten Parametern gegen andere Produkte getestet. Der Vergleich mit brancheninternen oder externen Produkten von Wettbewerbern dient der Verbesserung des eigenen Produkts.

Dem Benchmarktest untergeordnet ist der sogenannte Performancetest, eine Leistungsprüfung. Im Gegensatz zum Benchmarktest wird hier das Produkt an sich geprüft und nicht in einen Vergleich zum anderen Produkten gesetzt. Es wird geprüft, ob das Produkt wirklich den besonderen Nutzen hat, den es verspricht, wie eine bestimmte Reinigungsleistung oder einen besonderen Geschmack z.B. nussig, cremig oder samtig.

Einen Benchmark- und Performance Test führen wir z.B. bei der Prüfung von Haarshampoos an Probanden durch. Dafür haben wir einen Haarsalon in unserem Labor eingerichtet. In diesem Haarsalon sieht es aus, wie bei einem ganz normalen Friseur. Allerdings werden hier Haare nicht geschnitten, sondern gewaschen, gekämmt und gestylt. Testen wir ein Haarshampoo, so werden u.a. bei allen Probanden eine Hälfte der Haare mit dem zu testenden Shampoo gewaschen und die andere Hälfte mit einem anderen Referenzprodukt. Dieses wird ein paar Mal in der Woche wiederholt, ganz so, als würde man sich zu Hause die Haare waschen.

Unsere Spezialisten schauen sich nach einer vorher definierten Zeitspanne die Haare der Probanden ganz genau an – wie fettig/trocken sind die Haare, verspürte der Proband ein Jucken der Kopfhaut oder hat er sonst irgendetwas bemerkt und vor allem, hat das Produkt die versprochenen Leistung auch bestätigt. So sollte die Verwendung eines milden Shampoos bei den Probanden z.B. keine trockene Kopfhaut verursachen, während ein Shampoo für trockenes Haar die Kopfhaut nicht zu fettig werden lassen sollte.

 

Verpackungsprüfungen

Unsere Lebensmittel sind heute zum größten Teil verpackt, wenn wir sie einkaufen. Joghurt im Becher, Suppen aus Dosen und Käse aus der Kunststoffverpackung. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch sehr hygienisch. Gerade Kunststoffe als Verpackungsmaterial von Lebensmitteln sind aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken.

Wichtig für unser aller Sicherheit und Gesundheit ist hierbei, dass Verpackungsstoffe, die in direkten Kontakt mit dem Lebensmittel sind, nicht in das Produkt migrieren, also übergehen.

Zu den Anforderungen für Materialien und Gegenstände aus Kunststoff, die mit Lebensmittel in Kontakt kommen, hat der Gesetzgeber strenge Regelungen und Vorschriften erlassen, um den Schutz der Verbraucher sicherzustellen. Unsere Experten von SGS INSTITUT FRESENIUS führen sogenannte Migrationstests durch, um sicherzustellen, dass die Qualität des Produktes durch die Verpackung nicht verändert wird.

Verpackungen bestehen nicht nur oft aus Kunststoffen, sondern sind in der Regel bunt bedruckt. Deshalb überprüfen wir von SGS INSTITUT FRESENIUS auch die Druckfarben, denn auch diese können die Qualität beeinflussen. Auch für Farben gilt, dass sich diese ebenfalls nicht negativ auf die Qualität des Produktes auswirken sollen.

In der Praxis werden Verpackungen oftmals auch mit Hilfe der Sensorik geprüft. Hierzu wird die in der Sensorik oft eingesetzte Dreiecksprüfung angewandt. Sie eignet sich zur Untersuchung der Qualität, indem sie Auswirkungen bei Produktveränderungen testet. Zudem ist dieses Verfahren hilfreich bei der Produktentwicklung.

Der Versuchsaufbau ist einfach. Jeder Prüfer erhält ein Probenset aus drei unbekannten, nicht beschriften oder markierten Proben. Der Probensatz enthält zwei identische und eine abweichende Probe, die es zu erkennen gilt. Um Herauszufinden, ob Stoffe aus der Verpackung in z.B. Schokolade migrieren, wird diese in einer verkaufsüblichen Verpackung längere Zeit gelagert und dann gegen ein Stück Schokolade, dass nicht derart verpackt war, getestet. Im Idealfall sollte der Sensoriker keine bedeutenden Geschmacks- und Qualitätsunterschiede feststellen können

 

Prüfungshäufigkeiten

Neben der Art der Prüfung ist für uns von SGS INSTITUT FRESENIUS die Häufigkeit der Prüfung sehr wichtig. Denn wir prüfen nicht nur einmalig. Wir prüfen auch nach der Vergabe des SGS INSTITUT FRESENIUS Qualitätssiegels weiter und zwar regelmäßig, umfassend und tiefgehend.